Winter auf Sylt

Westerland / Sylt (ots) – In der kalten Jahreszeit in südliche Gefilde? Schnee von gestern! Winterurlaub an der Nordsee steht hoch im Kurs. Kein Wunder: Im Winter scheint die Luft noch ein bisschen klarer, der Blick weiter und der Strand endloser zu sein als zu jeder anderen Jahreszeit.

Windjacke statt Bikini, Glühwein statt Prosecco und Ruhe statt Trubel in der Hauptsaison – das ist die andere Seite von Deutschlands nördlichster Insel, das ist Sylt im Winter. Kenner schwören auf jene Zeit, in der sich der herbe Charme der Nordseeinsel erst richtig entfaltet.

Es ist die beste Zeit, um tief Luft zu holen: In den steifen Brisen, die der Nordseewind im Winter an Land weht, ist die Konzentration an Mineralien in der Luft besonders hoch. Bei einem Spaziergang entlang des Flutsaums wird dann jene Mischung aus fein zerstäubten Mengen- und Spurenelementen in die Lunge gepustet, die wie Balsam wirkt und ganz nebenbei die Atemwege befreit.

Die Zahl derer, die den Winter auf Sylt in vollen Atemzügen genießen, wächst beständig. Und doch wartet man manchmal vergebens darauf, unterwegs am Weststrand einer Menschenseele zu begegnen. Wem das gefällt, läuft einfach weiter, kilometerweit. Wem das zu einsam ist, nimmt den nächsten Strandübergang und kehrt ein in ein gemütliches Lokal.

Dort trifft man sie wieder – die Gleichgesinnten. Deren Wangen noch ähnlich gerötet sind wie die eigenen. Und die sich erschöpft, aber glücklich, zurücklehnen und den Neuankömmlingen mit einem „Pharisäer“ zuprosten. Der friesische Kaffee mit Sahne und einem Schuss Rum sorgt für die innere Wärme, das prasselnde Kaminfeuer für alles andere. Wenn die Holzscheite krachen, während draußen der Nordwestwind kräftig heult, spätestens dann ist man der Inselliebe im Winter für immer verfallen.

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