Möwen-Invasion

Küstenorte leiden unter „fliegenden Piraten“
München (ots) – 28. Mai 2009 – Sie lärmen und schreien, verschmutzen Häuser und Autos, attackieren Passanten und reißen ihnen Eis oder Würstchen aus der Hand. Und sie vermehren sich rasant: Der Vormarsch der Möwen stellt Küstenorte vor kaum lösbare Probleme. Das berichtet die G+J-Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN in der aktuellen Ausgabe (02/2009 ab morgen im Handel). Stefan Bartel, Westerländer Strandkorbvermieter: „Im Sommer erlebe ich hier täglich, wie sie Eis klauen, Pommes frites und manchmal auch komplette Schnitzel.“ Von den Rettungsschwimmern erfährt WUNDERWELT WISSEN: „Die Kurgäste sind aufgebracht. Schon etliche Male mussten wir Pflaster auf blutige Finger kleben.“

Die Aufregung in Westerland und in anderen seenahen Urlaubsorten ist groß, dabei tun die Möwen eigentlich nur das, was sie immer tun: „Kleptoparasitismus“ nennen es die Biologen, wenn schlaue Tiere – und die Möwen gehören zu den schlauesten – sich die Nahrungssuche vereinfachen. Zum Beispiel, indem sie warten bis andere etwas gefunden haben, es ihnen abjagen und selber fressen. Mit kleineren Vögeln haben Möwen das schon immer so gemacht, nun eben auch beim Menschen.

Auf Sylt begann die Westerländer Möweninvasion, als vor vier Jahren die offene Mülldeponie von Braderup/Wenningstedt geschlossen wurde – bis dahin das Futterparadies der Sylter Möwen. Ähnliches ereignet sich derzeit an vielen deutschen Küstenstädten, nachdem 2005 das Abladen organischen Abfalls auf offenen Mülldeponien in Deutschland verboten wurde.

Möwen leben seit 100.000 Jahren in den meisten Küstenregionen der Erde. Es gibt sechs Gattungen mit 55 Arten. Nur wenige wie die Dreizehenmöwe verbringen die meiste Zeit ihres Lebens auf hoher See.

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