Das beste Mittel gegen Heimweh heißt Zeit

Stuttgart (ots) – DAHEIM in Deutschland gibt Tipps, was in der Fremde gegen Sehnsucht nach der Heimat zu tun ist

Ob auf Reisen, nach einem Wechsel des Arbeitsplatzes oder beim Auslandsaufenthalt während der Schule: Mancher wird vom Heimweh gepackt, wenn er in der Fremde ist. Das Magazin DAHEIM in Deutschland gibt in seiner Juni/Juli-Ausgabe nützliche Tipps, wie man mit diesem Gefühl richtig umgeht und was dagegen zu tun ist. „Heimweh ist die Sehnsucht nach dem Vertrauten“, sagt Ernestine Wohlfart, Psychotherapeutin an der Berliner Universitätsklinik Charité. Zwei wichtige Ratschläge der Experten lauten deshalb: Aufbau von sozialen Kontakten am neuen Ort und gezielter Einbau von Ruhephasen in den Alltag.

Während im späten 17. und frühen 20. Jahrhundert das Heimweh als Krankheit galt, die durchaus tödlich verlaufen konnte, und man im 18. Jahrhundert das Heimweh auch Schweizerkrankheit nannte, weil vor allem Schweizer Söldner darunter litten, gilt die Schwermut heutzutage als ein Gefühlszustand, der Jung wie Alt treffen kann. Manche fühlen sich lustlos und antriebsschwach, andere klagen über Bauch- und Kopfschmerzen, wieder andere haben es mit Depressionen, Schlafstörungen und Panikattacken zu tun.

Aus der Sicht von Psychotherapeutin Wohlfart, die in Berlin mit einem internationalem Team aus Psychiatern, Psychologen, Sozialwissenschaftlern, Ethnologen und Dolmetschern kulturübergreifende Therapien anbietet, wird die Klientel, die unter Heimweh leidet, immer vielfältiger: „Häufig kommen auch Jobnomaden zu uns, die Probleme damit haben, ständig den Ort zu wechseln. Für das moderne Nomadentum, wie es der globale Arbeitsmarkt heute fordert, gibt es keine Tradition“, sagt die Expertin.

Dabei raten Wohlfart und ihre Kollegen den Betroffenen vor allem, sich mehr Zeit zu nehmen. Nur damit werde es möglich, die neue Umgebung zu erkunden, die neue Sprache zu lernen, mit der fremden Kultur vertraut zu werden und neue Freundschaften zu finden. Viele von Heimweh geplagte Menschen würden sich hingegen nicht eingestehen, wie verlassen sie eigentlich sind, sondern würden versuchen, mit immer mehr Arbeit das Gefühl von Einsamkeit zu verdrängen.

Um sich vor Heimweh zu schützen, sollte man deshalb mehrere Regeln beachten: Möglichst schnell Kontakte mit netten Kollegen knüpfen, falls machbar die Familie oder die Partnerin/den Partner mit ins Ausland nehmen – parallel dazu aber die Kontakte in die alte Heimat pflegen, zum Beispiel mit regelmäßigen Telefonaten, Briefen oder E-Mails. Daneben bietet es sich an, Fotos von den Liebsten in der Brieftasche oder auf dem Handy zu haben oder in einer Erinnerungskiste verschiedene Dinge wie Musik, Rezepte, Briefe oder andere Utensilien zu sammeln.

Wer mit Kindern in die Fremde zieht, kann regelmäßig in Fotoalben blättern, in dem Freunde, Familienangehörige und bekannte Orte aus der alten Heimat zu entdecken sind. „Kinder kommen meist dann mit der neuen Situation gut zurecht, wenn sie spüren, dass es ihren Eltern gut geht“, sagt Wohlfart. Es sei deshalb wichtig, die Sorgen oder Ängste der Kinder in der neuen Heimat ernst zu nehmen und die Umstellungsphase gemeinsam zu bewältigen. Erwachsene, die mit der neuen Situation dauernd hadern, würden ihrem Kind Unsicherheit vermitteln.

Therapeutin Wohlfart rät deshalb zu einer langfristigen und intensiven Vorbereitung: „Wer gezielt ins Ausland geht, um Neues zu entdecken, tut sich leichter.“

Für weitere Informationen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Zeitschrift DAHEIM in Deutschland (Ausgabe Juni/Juli) ist ab sofort am Kiosk erhältlich. DAHEIM in Deutschland ist der zweite Zeitschriftentitel von Reader’s Digest.

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